Pierre Wilhelm ist Geisteswissenschaftler, Projektentwickler und hat die Befähigung zum Richteramt.
In den 1990er Jahren erlebte er den Strukturwandel in der Lausitz und wirkte als Jungunternehmer an ihm mit. Dadurch entwickelte er frühzeitig ein Gespür für gesellschaftliche Trends sowie deren Chancen und Risiken. In Metropolregionen gehören die Auswirkungen des globalen Wandels auf das operative Geschäft und die Rahmenbedingungen von internationalen Investoren zu seinen Erfahrungen bei bundesweit agierenden Immobiliendienstleistern.
Aufgewachsen ist er in Plessa (Brandenburg). Dort gab es 1945 das letzte große Massaker an der europäischen Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg. Sein Urgroßvater war eines von ca. 150 Todesopfern – zwei Drittel der Gebäude des Ortes wurden niedergebrannt. Der Großvater begann noch im selben Jahr als Zeichen der Versöhnung das Bergmannsorchester wiederaufzubauen und machte es für mehrere Jahrzehnte zu einem der besten Amateurorchester des Landes. Auf den Trümmern des Ortes wurde 1960 ein großes Kulturhaus eröffnet.
Seit 30 Jahren führt er Zeitzeugeninterviews zu den Kulturhäusern. Internationale Perspektiven gewann er als Leiter einer Austauschorganisation für drei Hochschulen. Seine Analysen und Konzepte flossen in Projekte der Regionalentwicklung in mehreren Bundesländern ein, so auch in die Abschlussphase der IBA in der Lausitz. Für den Erhalt von Kulturhäusern konnte er Entscheidungsträger fachlich überzeugen, zivilgesellschaftliche Initiativen motivieren und prominente Unterstützung gewinnen. Er ist Co-Kurator der Ausstellung »Das Kulturwunder«, die seit ihrer Premiere in Atlanta (USA) auf Tournee ist. Das aktuelle Nutzungskonzept sowie eine Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung des Kulturpalastes Unterwellenborn hat er erstellt. 2023 entwickelte er in Zusammenarbeit mit der Thüringer Staatskanzlei die Investorenbroschüre für das Gesamtprojekt, koordinierte die „Zukunftswerkstatt Kulturpalast Unterwellenborn“ und baute den Begleitausschuss zu unserem Projekt auf, in dem ein breites fachliches Spektrum vertreten ist.
Pierre Wilhelm ist Sprecher des Stiftungsvorstandes.
